Rosmarie wachte eines Morgens auf. Noch ganz verwirrt vom letzten Traum. Wer bin ich? Was mache ich hier? Sie schaute in den Spiegel und sah eine junge Frau. Ganz passabel anzusehen. Doch sie fühlte sich nicht so. Sie fühlte sich eingeengt in ihrer Welt, die durch ihre Eltern, Lehrer, Familie und Freunde erschaffen wurde und die geprägt ist durch die erfahrende Erziehung, die Kultur und die Religion.

Bin ich das wirklich? Brav, wohlerzogen, Aufgaben und Pflichten erfüllend? Ja! Aber Du bist auch mehr! Sieh dich an! Vorbei sind die Tage an denen Du aus Deiner Kindheit und dem Erwachsenwerden heraus gewachsen bist. Aber hast Du dich auch schon an Dein Frausein gewöhnen? Weder Du noch all die anderen wollen jeden Tag Kartoffelsuppe oder Stampfkartoffeln. Nein, es darf auch mal was anderes sein! Zum Leben gehören Leidenschaft, Sinnlichkeit und Hingabe. Streife sie ab, die Hülle deiner vermeintlichen Raupe, die Dich einengt und die Dich nicht zeigt.

iantonio, iantonio.com, ian-antonio-patterson.com, dance photography, Elisabetha S. Muri, Berlin

Wusstest Du, dass Schmetterlinge ihre eigenen Flügel nicht sehen können? Bis da der ein und andere kam und sagte: „Du irrst liebe Rosmarie, da ist noch was anderes. Es wächst, wenn Du es entwickelst und achtsam bist. Beginne Deine Fähigkeiten zu entbergen. Nimm Möglichkeiten wahr und lasse diese nicht an Dir vorübergehen. Du siehst Deine Flügel nicht. Wir jedoch können sie sehen.”

autorin: elisabetha s. muri – 2017